Graubünden - Baukultur

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Karolingischer Kirchenbau
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Heiligkreuzkapelle*

| 7537 Müstair
Doppelgeschossige Heiligkreuzkapelle, südlich der Klosterkirche, vor der Südostecke des Klosterrechtecks.

Einzige noch erhaltene karolingische Kreuzkonchenanlage in der Schweiz. Erbaut zeitgleich mit der Klosterkirche Ende 8. Jahrhundert (Dendrodaten 785 und 788), nach Bränden wiederhergestellt 1021 und 1520; renoviert 1931, archäologische Untersuchungen seit 2007.

Malerischer Bau mit hufeisenförmigen Konchen über kleeblattförmigem Grundriss. Aussengliederung durch rundbogige Blenden ähnlich jenen an der Klosterkirche, hier aber tiefer und schmaler. Gemauertes Glockenjoch über der Westfront. Nachmittelalterliche Portale; eine abgetragene Freitreppe an der Nordseite führte zur ehemaligen Empore. Spätgotische Felderdecke datiert 1520 mit reizvollen Flachschnitzereien aus Akanthus, geometrischen Formen und Narrenkopf mit Schellenkappe. Reste ottonischer Wandmalereien in kritischem Zustand. Im Untergeschoss wohl Gruftkapelle mit Wandmalerei des 18. Jahrhunderts: Totenschiff und Totentanz.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)

Literatur
Das Benediktinerinnenkloster St. Johann in Müstair, Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 733/ 734, Bern 2003.