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Barockkirchen
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Kapelle St. Plazidus

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Am O-Rand des Dorfes. Der Tradition nach gegr. im 8.–9. Jh. an der Stelle des Martyriums des hl. Plazidus; durch Grabungen 1923 eine karoling. Saalkirche mit halbrunder, gerade hintermauerter Apsis nachgewiesen. Barocker Neubau 1655 von Domenico Barbieri; Rest. 1990–93. Nach N gerichtete Anlage mit Polygonalchor und niedrigem Chorscheitelturm. An Aussen- und Innenwänden stichbogige Blendarkaden, darüber im Inneren durchlaufendes Gebälk und Kreuzgewölbe; Stichbogenfenster und Oculi.

In der O-Wand des ersten Jochs würfelförmige Öffnung nach Art eines Sepulcrums, wohl in Erinnerung an die hier sich ehem. öffnende Apsis des Altbaus. In den Flachnischen Malereien um 1655: Enthauptung des Titelheiligen und Sturz des Tyrannen Victor von der Rheinbrücke. Hochaltar 2. H. 18. Jh. mit Teilen aus der 2. H. 17. Jh. Seitenaltäre aus Stuck um 1655 (Fassung 18. Jh.), mit Gemälden der Stigmatisation des hl. Franziskus und des Traums des hl. Joseph in stilistischer Abhängigkeit von Pier Francesco Morazzone. Rechteckige Kanzel um 1800. Chorbogenkruzifix um 1655.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)