Graubünden - Baukultur

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Spätgotik
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Kapelle St. Sebastian

| 7145 Degen
Malerischer Bau auf freiem Feld, südwestl. des Dorfes. Erb. 1494; barocke Renov. um 1742; Rest. 1986–88. Am dreiseitig geschlossenen Chor Eckstreben, ebenso an der W-Fassade. Turm an der S-Seite des Schiffs in nachroman. Formen, die Mittelstützen der gekuppelten Fenster got. gefast; als Abschluss Rundbogenfries und barocke Zwiebelhaube. Im Schiff reich verzierte spätgot. Leistendecke 1495 (Kopie von 1987, Original im Schweiz. Landesmuseum, Zürich).

Im Chor übermaltes Rautengewölbe. Wandmalereien aus zwei Epochen: von einem unbekannten Meister 1494 stark beschädigte Sebastiansmarter über dem Altarblock an der W-Fassade sowie Heilige in Schiff und Chor; von Hans Ardüser 1592 das stark verwitterte kolossale Christophorusbild am Turm sowie Rest einer Apostelreihe an der südl. Innenwand des Schiffs. Ausstattung: drei vorzüglich aufeinander abgestimmte Barockaltäre 1741–42 von Antoni Sigristen: im Hochaltar Teile eines spätgot. Schnitzaltars, laut Signatur auf der Rückseite des Schreins 1506 von Ivo Strigel; im Schrein Muttergottes zwischen den hll. Johannes d. T. und Sebastian, Georg und Rochus; in der Predella Christus und die Apostel; im Giebel die ehem. Flügel mit Reliefs der hll. Magdalena und Verena, Katharina und Barbara; auf der bemalten Rückseite des Schreins Gethsemanebild, auf jener der ehem. Flügel hll. Bischof und Antonius Abt, Patrizier mit Baumstamm und Mauritius.

Zweigeschossige Seitenaltäre in reicher Schnitzarbeit, südl. Altarblatt um 1630 mit Pestdarstellung in der Art des Hans Jakob Greutter; gleichzeitig und in gleicher Art vier Gemälde mit Heiligen im Schiff; Tafelbild hll. Rochus und Sebastian mit Wappen Cabalzar 1664. Empore mit Salvator mundi- und Mariendarstellung 1742.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)