Graubünden - Baukultur

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Barockkirchen
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Katholische Pfarrkirche St. Martin

7148 Lumbrein
Erwähnt 1345, neuerb. 1646–47 im rechten Winkel zur Vorgängerkirche, einer im 12. und 15. Jh. erweiterten Anlage des 11. Jh.; Grabung und Rest. 1969–70. Schlanker, talwärts nach S gerichteter Barockbau mit dreiseitig geschlossenem Chor, unter diesem gewölbtes Beinhaus. Turm an der O-Seite des Schiffs, die zweigeschossige Glockenstube mit Zwiebelhaube 1654. Geschnitzte Eingangstür aus der Bauzeit. Auf gemauertem Aussenaltar hölzernes Rokoko-Retabel 2. H. 18. Jh. Im Inneren Kreuzgewölbe auf Pilastern; am Chorbogen Stuckaturen ital. Gepräges.

An der W-Wand 1969 abgedecktes Gemälde eines Jüngsten Gerichts 1694 von Nicolao Giuliani. Im Chorgewölbe dekorative und figürliche Malerei 1661 von Johann Rudolf Sturn, von diesem auch das stark ergänzte monumentale Rosenkranzbild an der östl. Schiffswand; gleichzeitig, aber von anderer Hand manieristisches Rollwerk um die Fensteröffnungen. Guter zweigeschossiger Hochaltar 1741–43, vielleicht von Antoni Sigristen, Gemälde 17. Jh.; tempelförmiger Tabernakel um 1700. Seitenaltäre aus Stuck um 1647; links Immakulatafigur von Erasmus Kern, M. 17. Jh., rechts Kreuzigungsbild mit Wappen Capol 1658 von Sturn; Rokokotabernakel um 1780. Kanzel 1648, wohl gleichzeitg Chorgestühl und Sakristeitür. Lebensgrosser Kruzifix E. 17. Jh. Orgel auf neuer Chorloggia 1970. Im Beinhaus kleines Renaissance-Retabel 1630 in der Art des Hans Jakob Greutter und Taufstein in Becherform A. 15. Jh.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)