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Spätgotik
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Kirche St. Martin

| 7165 Brigels/Breil
Wohl romanische Anlage, bestehend aus sich verjüngendem Chor und unregelmässigem, nachträglich nach Westen verlängertem Rechtecksaal, in dessen Südwestecke der Turm einbezogen ist; Turmhelm 1736, damals wohl auch neues Kirchendach mit steilerer Neigung. Restauriert 1997–2001.

Am Turmschaft Bild des heiligen Christophorus, um 1930 von Paul Stöckli. Im Schiff spätgotische Holzleistendecke mit flachgeschnitzten Friesen und Rahmenbrettern, in der Mittelrosette Wappen des Grauen Bundes; im Chor Tonnengewölbe.

Spätgotische Wandmalereien um 1515 von einem Tessiner oder Lombarden: Im Chor heiliger Martin, am Chorbogen links Muttergottes, rechts die heiligen Jost und Antonius Eremita, darunter so genannte Feiertagschristus.

Hervorragend erhaltener spätgotischer Flügelaltar* von 1518, Werkstatt Jörg Kändel: Das in Übergangsformen zur Renaissance geschaffene Werk enthält im graziösen, kleeblattförmig abgeschlossenen Schrein die Schnitzfiguren der heiligen Martin, Jodokus und Lucia; auf den gemalten Flügeln innen die heilige Katharina und Barbara, aussen Anbetung der Könige, auf den Standflügeln vier männliche Heilige; in der Predella Figurenrelief mit heiligen Nikolaus, Antonius Abt und einer weiblichen Heiligen, gerahmt von den gemalten Halbfiguren der heiligen Johannes der Täufer und Jakobus der Ältere; im lockeren Gesprenge Kreuzigungsgruppe; auf der bemalten Rückseite Gethsemane und unten das Schweisstuch Christi. An Rückwand Tafelbild heilige Familie des 18. Jahrhunderts.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)

Literatur
Brigels/ Breil GR, Schweizerische Kunstführer GSK, Nr. 222, Bern 1977.