Graubünden - Culture of Construction

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Katholische Filialkirche St. Luzius

Lain | 7082 Vaz/Obervaz
Ländlich barocke Kirche von 1678–80, mit vorzüglicher Ausstattung; Rest. 1961–62, Teilrest. aussen 1993–95. Nach NW gerichtetes Schiff und Rechteckchor, dieser flankiert von der Sakristei und dem vermutlich mittelalterl., 1681 erhöhten Turm. Bemalte Fassade mit Dreieckgiebel und Barockportal. Im Chorgewölbe vorzügliche Stuckaturen ital. Art, den Misoxer Meistern Broggio zugeschr. Malereien mit neutestamentlichen, legendären und symbolischen Motiven überspannen alle Gewölbe und Wandflächen, Bauinschrift an der S-Wand. Spätrenaissance- Hochaltar dat. 1690, mit einfachem Säulenpaar; Antependium 1702 von Hilarius Sigron; stuckierte Seitenaltäre um 1690. Prachtvolle geschnitzte und eingelegte Rechteckkanzel 1687 mit Freisäulen und Schalldeckel mit Volutenaufsatz; reichgeschnitztes Chorgestühl und Priestersitz um 1700, gleichzeitig Schiffsbänke mit Volutenwangen, an der Männerseite mit Schnitzereien.

Zwei kleine spätgot. Flügelaltäre seitlich des Eingangs: Links Rechteckschrein mit Maria zwischen den hll. Luzi und Emerita, auf den bemalten Flügeln innen die hll. Petrus und Paulus, aussen die Verkündigung, im Gesprenge Kreuzigungsgruppe, dat. 1509, Werkstatt Niklaus Weckmann; rechts in ähnlichem Schrein die hll. Sebastian, Barbara und Katharina, auf den Flügeln innen Reliefs der hll. Ursula und Dorothea, aussen Gemälde der hll. Margareta und Maria Magdalena, in der Bekrönung der Auferstandene zwischen Engeln, schwäbisch dat. 1524.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)