Graubünden - Culture of Construction

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Katholische Pfarrkirche St. Laurentius

7115 Surcasti
In beherrschender Lage auf dem schon in prähistorischer Zeit besiedelten Felssporn zwischen dem Glenner und dem Valser Rhein.
Die Kirche liegt auf dem Areal einer Burganlage der um 1430 ausgestorbenen Herren v. Überkastel; davon erhalten der heutige Glockenturm, ein in der 1. H. 12. Jh. erb. massiger Wehrturm aus sorgfältig geschichtetem Mauerwerk mit Eckbossen und Hocheinstieg im 3. Geschoss, Walmdach 18. Jh. Die Kirche erwähnt 1345, nach Neubau geweiht 1520, barocke Umgestaltung und Anbau der kreuzgratgewölbten Seitenkapellen wohl 1774; Rest. 1984, damals Anbau der Vorhalle, die den urspr. frei stehenden Turm mit der Kirche verbindet. In der Ecke zwischen Chor und nördl. Kapelle Sakristei (ehem. Beinhaus); entsprechender S-Annex 1984 abgebrochen.

Im Schiff stichbogiges barockes Tonnengewölbe; im spätgot. Polygonalchor Sterngewölbe, vielleicht von Andreas Bühler. Masswerkfenster. Spätgot. Wandtabernakel mit Rahmenprofilen. Im Chor Tabernakelaltar 1685 mit spätgot. Relieffiguren zweier weiblicher Heiligen um 1515; Seitenaltäre um 1660, umgestaltet im 18. Jh.; geschnitzte Rokoko-Antependien. Im Chor Tafelbild Namen Jesu um 1700, in der linken Seitenkapelle Schutzmantelmadonna mit Rosenkranzmedaillons 1630 von Hans Jakob Greutter, rechts Mater Dolorosa 17. Jh. Reich geschnitztes ehem. Chorgestühl 2. H. 17. Jh. Chorbogenkruzifix 17. Jh. Kreuzwegstationen 1764. Empore 1984. Orgel 1989.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)