Graubünden - Culture of Construction

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Katholische Pfarrkirche St. Martin

7166 Trun
Weitgehend neu erb. 1662 an der Stelle einer 765 erwähnten Kirche, im rechten Winkel zu einem 1272 neu geweihten Vorgängerbau; vergrössert und renov. 1951; Rest. 1997–98. Vom mittelalterl. Bestand erhalten der roman. Turm mit gekuppelten Schallfenstern (Wimperge und Spitzhelm vielleicht barock), der südl. anschliessende gerade geschlossene Chor (heute Sakristei) und darunter das Beinhaus.

Nach S gerichteter Barockbau mit Polygonalchor, aussen durch Pilaster und Blendbogen gegliedert. Kreuzgewölbe im Schiff; im dritten Joch, vor dem Chorbogen, rundbogige, aussen nicht in Erscheinung tretende Kapellennischen mit hochplastischen, teils figürlichen Stuckaturen ital. Art und ländlichen Wandmalereien. Prunkvoller barocker Hochaltar mit gleichzeitigem Tabernakel um 1660, umgebaut und mit Rokokoelementen bereichert 1766; Altarbild um 1660 vom gleichen Meister wie in Danis, vorwiegend in Grautönen dargestellt die hll. Sigisbert und Plazidus, dahinter Luzius, Florinus und Martin.

Die Seiten- und Kapellenaltäre aus Stuck um 1662/64; am östl. Seitenaltar bemerkenswertes Gemälde der Muttergottes mit den beiden Johannes und Wappen Tuor 1660, wohl venezianisch; am westl. Kapellenaltar Rosenkranzbild 1691 von Fridolin Eggert. Reich intarsiertes Chorgestühl um 1660, polygonale Kanzel 1662, Chorbogenkruzifix M. 16. Jh. Am Chorbogen Grabplatte aus Speckstein 1755, im Rokokgiebel Wappen Caprez. An rechter Chorwand klassizist. Tafelbild um 1800, franz. Herkunft. Im Schiff Madonnenstatue um 1700, unter der Empore Marienstatuette um 1750 und zwei Tafelbilder 18. Jh. Kreuzwegstationen 18. Jh. Taufstein in Kelchform, vielleicht 14. Jh. Orgel 1906, umgebaut 1951 und 1985. Im Beinhaus Kruzifix 17. Jh.

(Kunstführer durch die Schweiz, Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Band 2, Bern 2005)